Texte

Anfang/Ende:

15:02 Tür zu, Fenster auf/

kalte Luft inhalieren, Gefühle gefrieren/

nichts Neues für Sie, Strom aus alles dunkel/

Fotos an den Wänden zeigen Freunde betrunken/

keiner von ihnen hat das Kotzen bereut/

und trotzdem haben sie heute Erfolg/

Erfolg im Beruf, Erfolg – Applaus/

Erfolg zu Haus – Freude kommt auf/

spürst du sie auch? Gibt so viel, was Sie probiert hat/

manchmal wusste Sie nicht mal, was Sie grad studiert hat/

die Anderen haben gefeiert, Sie hat gefeiert/

auf der Suche nach der Lösung, was die Anderen amüsiert hat/

jetzt steht Sie da und blickt raus, wirkt alt/

die Sonne schickt rot-orange Farben zum Asphalt/

Karriereangebote? Sie drückt auf gefällt/

es wird noch ewig dauern, bis der Eindrehhaken hält/

Sie zieht das Seil durchs Loch und steckt den Kopf durch die Schlaufe/

alle Anderen gehen ins Ausland – Sie fliegt nach Hause/

stellt die Fersen auf die Kannte des Hockers, tritt ihn um/

und alles um Sie rum wird stumm/

Schanita:

1. Strophe: Ich wach auf und schaff es nicht mehr bis zum Bad/

krümm mein Rücken und dann kotz ich auf das billig-Laminat/

komisch – guck mal, was ich gekotzt hab/

sieht ungefähr so aus, wie was ich gestern gekocht hab/

da steh ich drüber, sehe mein Spiegelbild im Fenster/

verdammt bin ich dünn – seht euch nur mal diesen Hengst an/

ich guck noch zwei Minuten, bis ich irgendwann genug hab/

selbst die Hose rutscht mir runter, obwohl die Gummizug hat/

es ist hoffnungslos – Verlierer bis ich meine Augen schließe/

träum mich weg aus meinem Zimmer auf irgendeine Wiese/

guck in den Himmel und sehe, wie die Wolken sich verziehen/

aber dann kommt doch noch eine, aus ihr regnet Urin/

ich wach auf, der Geruch aus dem Bad gibt mir den Rest/

mein Gott – du hast dich wieder nicht gesetzt/

ich wisch die Pisse von der Brille, ich glaub ich erhäng mich/

Naja egal – Hauptsache du bist männlich/

Refr.: Was für ein Tag: wunderbar wie jeder/

hier gewinnt nur der Spaß – schlechte Laune ist mein Gegner/

ich hebe ab, doch der Flug ist begrenzt/

mein Kopf knallt an die Decke und Blut tropft aufs Hemd/

2. Strophe: Ich schalt die Cam an, treff Schanita im Chat/

was zur Hölle – es ist drei und Sie liegt immer noch im Bett/

und außerdem liegt sie mit Sachen auf dem Laken/

ich weiß nicht ob ich das darf – ich müsste Mama erst fragen/

ich traf Schanita vor drei Jahren auf so ner Seite im Web/

als ich 18 wurde durfte ich da rein – Perfekt/

da gab es viele wie Sie – viele nackt/

das schreckte ab aber Schanita stach heraus, weil Sie so Lockbewegungen machte/

egal ich will einfach nur reden/

doch Schanita fängt oft unvermittelt an zu stöhnen/

ich sag dann immer „Stop“, doch kann Ihr Stöhnen nicht unterbrechen/

bis Sie irgendwann schreit und dann kann ich weitersprechen/

ich erzähl Ihr aus meinem Leben, was ich in letzter Zeit gemacht hab/

Sie guckt genervt und fragt mich, ob ich eigentlich keinen Saft hab/

Ich sag „doch“, Sie sagt „nein“ und mit mir hätte es keinen Zweck/

ich schick Ihr wütende Smileys, dann geht der Strom aus, Sie ist weg/

Refr. 2x: Was für ein Tag: wunderbar wie jeder/

hier gewinnt nur der Spaß – schlechte Laune ist mein Gegner/

ich hebe ab, doch der Flug ist begrenzt/

mein Kopf knallt an die Decke und Blut tropft aufs Hemd/

Tele Vision:

1. Strophe: Wir haben Jahre lang gespart für diesen Tag – jetzt ist er da!/

mach ihn auf, mach schon!/

alle anderen Dinge sind ab jetzt egal – jetzt ist er da!/

pack ihn aus, mach schon!/

Der Karton ist groß und weiß – reiß ihn auf/

hebe den Bon nicht auf, wir tauschen eh nicht um – hörst du?!/

Die vielen Jahre ohne Urlaub zahlen sich aus/

guck ihn dir an! Er ist wunderschön, Mädchen/

hab uns einen Palast gebaut – mit Boxen als Säulen/

Das Foyer: DVD Player, Zepter zum Steuern/

und 90 Zoll im Zentrum zeigen Poren, so klar wie Kristalle/

alles hell wenn ich schlafe/

Refr.: Und dein Fuß tritt auf Sand – Milliarden Steine um uns rum/

sehn uns um – keine Langeweile um uns rum/

und alles gehört uns – wir können machen, was wir wollen,/

denn der Full-HD-Plasma gibt uns vor, was wir träumen/

2. Strophe: Nie gewusst, was ein Kompass ist – kein Plan, wo wir sind/

finden Spuren im Sand – fast verweht vom Wind/

Stress beginnt – wir sehen uns um/

aber blicken ins leere – nur sand um uns rum/

also komm – wir müssens einmal riskieren/

haben eh keine wahl – zum ersten mal/

fühlt sich gut an, die Ängste zu ignorieren/

frische luft inhalieren – zum ersten Mal/

Und du musst lachen, weil du nicht weißt, was du machst/

die sonne macht die Augen trüb und alles hier wird still/

ich halt das Zepter so fest, hab ungeahnte Macht/

auf einmal liegen die Kanäle hier genau wie ich es will/

Refr.: Und mein Fuß tritt auf Sand – Milliarden Steine um uns rum/

seh mich um – keine Langeweile um mich rum/

und alles gehört uns – wir können machen, was wir wollen,/

denn der Full-HD-Plasma gibt uns vor, was wir träumen/

Bridge: Und plötzlich flimmert der Himmel – Sterne werden zu Schnee/

erst einzelne Flocken, dann eine ganze Armee/

Buchstaben da oben zeigen unsere Namen/

Abspann – ich weiß, wie es war/

Refr.: Unsere Füße auf Sand – Milliarden Steine um uns rum/

sahen uns um – keine Langeweile um uns rum/

gehörte alles uns – wir konnten machen, was wir wollen,/

denn der Full-HD-Plasma gab uns vor, was wir träumen/

Blau Rot:

1. Strophe: Ich sah dich jeden Tag/

Du bewegtest deine Lippen, keine Ahnung, was du sagtest/

Du warst so schön hinter dem Glas/

keiner außer mir hatte dich je auf dem Radar/

keiner außer mir wollte sich mit dir treffen/

keiner außer mir – ich war so besessen/

ich kaufte teure Ketten, hab sie nie verschenkt/

wollte nur wissen, dass ich etwas hab, um dich zu erpressen/

bin dann nie hin zu dir, nur weg – wenn du kamst/

hatte ich mich längst versteckt hinter der ecke deiner Straße/

ich war nur Komparse – und das Laub auf der Straße hat die Farbe deiner Haare/

Refr.: Deine Augen waren blau und deine Lippen rot/

jetzt sind die Lippen blau und die Augen rot/

Deine Augen waren blau und deine Lippen rot/

jetzt sind die Lippen blau und die Augen rot/

2. Strophe: (Ich) Ich stehe draußen bei der Bank/

Komm raus, es regnet und wir werden beide krank/

komplett leerer Tank, leeres Portemonnaie – ich bin immer blank/

und hab das Hemd an, was du so mochtest – das weiße/

und du trägst dein Kleid aus Seide/

du kannst nicht sehn, wenn ich leide/

weil wenn ich leide tue ich das zu Hause alleine/

wenn ich leide häng ich deine Fotos wieder auf/

und der Trostspender füllt meine Eimer wieder auf/

tut mir Leid ich bin drauf, aber keiner hat mich je meiner Erinnerung beraubt/

Refr.: Deine Augen waren blau und deine Lippen rot/

jetzt sind die Lippen blau und die Augen rot/

Deine Augen waren blau und deine Lippen rot/

jetzt sind die Lippen blau und die Augen rot/

Astronaut: Ich bin Astronaut, flieg schwerelos durch Galaxien/

hab viel Stil guck hier: mein Anzug Anthrazit/

depressives Lied – schade keiner kennt das/

trotzdem sag ich jede Nacht zu mir, dass ich Talent hab/

und ich glaub da so fest dran, wie gestern an dich/

doch ließt mich im Stich – hab dich nicht vergessen/

jetzt alles egal: was er sagt, was sie glaubt/

könnt mich nicht berühren versteht doch – ich bin Astronaut/

ich bin Astronaut – kenn die Erde nur von Fotos/

und soll ich euch was sagen? Am ende wars dort trostlos/

Eine Welt ohne Druck war wonach ich mich gesehnt hab/

falls ich das in den vorherigen Zeilen noch nicht erwähnt hab/

ich bin Astronaut – hat Mama nie geglaubt/

hat Papa nie geglaubt/

hat mein Bruder nie geglaubt/

hab ich immer gewusst: wenn der Frust sich wieder staut/

flieg ich irgendwann davon – dann bin ich Astronaut/

ich bin Astronaut ihr Flaschen, hab die Taschen voller Kompetenzen/

schmeiß sie runter auf die Welt, lass Studenten darum kämpfen/

ich bin Astronaut, hab die Taschen voller Geld/

schmeiß es runter auf die Welt, hoff, dass es euch gefällt/

bisschen kalt hier oben aber will mich nicht beklagen/

die Sonne scheint an jedem Tag in jedem Lichtjahr, dass wir haben/

alle die hier fliegen tun das ständig gut gelaunt/

ich auch, doch ich such nach meiner Astronauten-Frau/

ich bin sicher, ich find dich, fahr die Milchstraße entlang/

nehm den großen Wagen, ohne Lappen in der Hand/

denn ich bin Astronaut und du glaubst nicht, was du siehst/

das sind wir und wir fliegen schwer verliebt durch Galaxien/